Das Filmvergnügen
im Herbst 2018

Am 20. November (Di.) um 19 Uhr geht es weiter mit den Filmen zur Lage.

 

Bisher haben wir gezeigt:

»Imbiss Spezial« (Thomas Heise, 1989) wurde in der Kelleretage des Bahnhofs Berlin Lichtenberg gedreht. Durch die Beobachtung der Kunden an einem Imbiss-Stand wird präzise die Alltags-Situation in einer gesellschaftlichen Umbruchszeit gezeigt.

»Stau-Jetzt geht’s los« (Thomas Heise, 1992) ist eine streitbare Auseinandersetzung mit rechten Jugendlichen aus der einstigen sozialistischen Mustersiedlung Halle-Neustadt in einer Zeit, die von großer Verunsicherung geprägt war.
Plakat © Holger Glienke

20.11.2018
«Schlacht um Algier»
Gillo Pontecorvo, 1966

«Schlacht um Algier» ist ein Film des italienischen Regisseurs und Journalisten Gillo Pontecorvo. Der 1966 gedrehte Schwarzweißfilm thematisiert eine Episode des algerischen Unabhängigkeitskrieges gegen Frankreich der Jahre 1954 bis 1962. Als Schlacht von Algier gelten die Ereignisse zwischen Januar und Oktober 1957, als die französische Armee und die algerisch-nationalistische Rebellenorganisation FLN in der Hauptstadt Algier aufeinander trafen. In seiner realistischen Darstellung steht der Film in der Tradition des italienischen Neorealismus. Pontecorvo hatte zuvor als Journalist zusammen mit Solinas Recherchen in Algier durchgeführt. Schon damals schwebte ihm ein Filmprojekt Paras (die Abkürzung für Fallschirmjäger) vor. Als der algerische Produzent Yacef ihn und andere italienische Regisseure wie Francesco Rosi kontaktierte, sagte er unter der Bedingung einer strikt objektiven Schilderung zu.

Die Handlung spielt in Algier im Jahr 1957. Die Einheiten der französischen Armee werden von Colonel Mathieu befehligt. Er jagt in der verwinkelten Altstadt, der Kasbah, die Urheber immer neuer Bombenanschläge der FLN, die sich zunehmend auch gegen Zivilisten richten. Die Aufständischen werden von Ali La Pointe befehligt, der als Attentäter vom Kleinkriminellen zum Leiter des Widerstands aufsteigt. Die Grausamkeiten beider Seiten wie die Folter von Verdächtigen durch die Franzosen und die Morde der FLN an „Verrätern“ werden ungeschönt dargestellt.

Text: Wicki; weiter hier